Leserbrief zu “Land hält an Ausbau von B 51 und B 64 fest”

Leserbrief von Peter Wolter

Verkehrsminister Hendrik Wüst hält aufgrund der prognostizierten Zunahme von über 10.000 Fahrzeugen am Tage nach dem Ausbau der B 51 und B 64 fest. Fragt sich der Leser doch sofort, wenn kein Ausbau erfolgt, dann bleibt der Verkehr, oder wird wie in den letzten Jahren sogar weniger? Wozu dann diese gewaltige Landschaftsverstümmelung, indem rund 500.000 qm Ackerboden zusätzlich asphaltiert und über 2000 Bäume gefällt werden von Münster bis Rheda-Wiedenbrück. Es soll also Verkehr von der A 2 vom Großraum Bielefeld nach Münster und weiter über die A 43 und B 67 zur A 3 nach Emmerich geleitet werde, bzw. umgekehrt. Das ist also in Berlin und Düsseldorf der große Plan, der Verkehr soll mehr in der Fläche verteilt werden, damit noch mehr Platz für Autos geschaffen wird. Dies mit vielen hundert Millionen Steuergeldern und aberwitzigen klimatischen Auswirkungen und der Zerstörung von wertvollstem Ackerboden.

Zudem werden die Investitionen in die Bahn und in die Fahrradinfrastruktur damit ad absurdum geführt. Was neben der Münsterland S-Bahn und der Veloroute jedoch dringend geboten wäre, wäre eine stündliche Busverbindung von Ostbevern über Telgte nach Münster, weil hier nämlich ein Drittel der Quellverkehre entstehen. Diese könnte, wenn der politische Wille da ist, ganz schnell zum nächsten Fahrplanwechsel erfolgen. Was wir im Münsterland auf keinen Fall brauchen, ist noch mehr übergeordneten und überbordenden Verkehr! Wenn Wüst von Unternehmern spricht, die diesen Ausbau wollen, dann frage ich mich, ob sie diesen auch wollten, wenn sie ihn bezahlen müssten. Nein – aber Herr Tönnies z.B. kann dann schneller seine Fleischtransporter zum Hessenweg in Münster fahren lassen und die Gewinne auf seinem Konto verbuchen. Angesichts dessen kann sich jeder fragen, welche Interessen Herr Wüst vertritt?

Peter Wolter