Leserbrief zur Berichterstattung der WN am Samstag, den 29.11.2020 zum Ausbau der B51 / Kompromiss statt Konfrontation

Von Drs. M.Bröking und E.Kuwertz-Bröking

In der WN vom 29.11.2020 zum Ausbau der B51 wird ein „Kompromiss“ vorgestellt, der einen vierspurigen Ausbau der Warendorferstraße bis zur Handorfer Kreuzung vorsieht, die dann wie eine Autobahnauffahrt ausgebaut werden soll (ähnlich der Kreuzung Umgehungsstraße, Warendorferstraße und Mondstraße). Die Stadtverwaltung Münster sympathisiert mit diesem Vorschlag, Straßen-NRW und Landespolitiker halten an den Ausbauplänen für den gesamten Straßenverlauf bis Telgte fest. Die Argumente gegen den Ausbauwahn müssen hier nicht wiederholt werden.

Lassen Sie uns nochmals auf anderer Ebene denken und argumentieren. Die Ausbaupläne sind ein „kleiner“ lokaler Aspekt im Zusammenhang mit der dramatischen Klimaveränderung und der Umweltzerstörung, die auch in und um Münster an vielen Stellen zu beobachten ist.

Wir zitieren aus einem Interview der SZ am 28.11.2020 mit dem isländischen Schriftsteller A.S.Magnason: „Aber in 70 Jahren werden die Leute zurückschauen und fragen: Warum in alles in der Welt seid Ihr eigentlich nicht in Panik geraten? Warum seid Ihr in Panik geraten wegen eines kleinen Virus, an das sich dann wahrscheinlich keiner mehr erinnern wird, nicht aber wegen der sich abzeichnenden Klimakatastrophe ?“ Die Konsequenzen unseres Handelns werden sehr viele Menschen zu spüren bekommen, vor allem auch die Menschen, die uns sehr nahe stehen (z.B. unsere Enkel).

Das allein ist Grund genug, entschieden Position zu beziehen, sich zu wehren und den politisch Verantwortlichen Mut und Einsicht zu wünschen, ihre Pläne kritisch zu überprüfen, ergebnisoffene Alternativszenarien zu entwickeln und den Bürgern vorzustellen!

Drs. M.Bröking und E.Kuwertz-Bröking , Neuheim 20, 48155 Münster