Zum Leserbrief von Josef Rickfelder zum Ausbau der B51: Dringend über Kompromisse nachdenken

Den Leserbrief von Herrn Rickfelder können wir nicht ohne Widerspruch stehen lassen, denn es wird
der Eindruck erweckt, als würde die BI B51 Handorf-Mauritz kompromisslos den Ausbau der B51
ablehnen, also den status quo erhalten wollen. Das ist nachweislich nicht richtig. Tatsächlich fordern
wir eine Veränderung der Ausbauplanung: Ein besseres ÖPNV-Angebot für Handorf, einen
Bahnhaltepunkt Handorf mit Mobilstation, Erhalt der Haltestellen an der B51, Beschleunigung und
höhere Taktfrequenz der Bahn, freie Fahrt für landwirtschaftlichen Verkehr auf der B51 und einen
breiten barrierefreien Radweg. Und dann soll es auch Lösungen für die Bahnübergänge geben, die
die Verkehrssicherheit aller berücksichtigen – Schließungen und Brücken nicht ausgeschlossen.

Einige dieser Forderungen finden sich auch in dem Leserbrief. Das ist erfreulich und zeigt, dass wir in
der Sache in einen konstruktiven Diskurs treten können. Das zeichnet unsere Bürgerinitiative
übrigens aus: Mitglieder aus vielen Parteien und Berufen, die sich allerdings einig darin sind, dass
eine Quasi-Autobahn von Münster nach Handorf nicht mehr zeitgemäß ist und eine Mobilitätswende
ausbremst.

Die uns unterstellte vehemente“ Ablehnung der Ausbauplanung ist darin begründet, dass der Auftrag
für Straßen.NRW laut Bundesverkehrswegeplan keinen Spielraum lässt für die Vorschläge von Herrn
Rickfelder. Auch unsere Bemühungen um Kompromisse wurden von der Straßenbaubehörde
zurückgewiesen. Daher ist eine Neuplanung nur möglich, wenn die Politik hier interveniert und über
ein Moratorium die Notbremse zieht. Kommunalpolitisch wird dies bereits mehrheitlich eingefordert.

Hier zeigt sich ein Dilemma im Planungsrecht, dass wider besseren Wissens (Klima-,
Landschaftsschutz, Flächenverbrauch) Pläne aus den 80er-Jahren heute gebaut werden. Das führt im
konkreten Fall dazu, dass z. B. der Radweg an der B51 von der Kanalbrücke bis zur Handorfer
Kreuzung mehr Ampelhalte, mehr enge Kurven, 12 holprige Querungen aufweist und über der
Wersebrücke gefährlich schmal ausgebaut wurde. Nicht besser sieht die weitere Planung aus, wenn
nämlich der Radweg zur Mehrzweckstraße neben der B51 werden soll.

Wir hoffen, dass Herr Rickfelder und andere verstehen, warum wir so „vehement“ ein Moratorium
für den kompromisslos angelegten vierspurigen Ausbau fordern und wir zugleich offen sind für
Kompromisse in einem demokratischen Diskurs für eine nachhaltige mobile Vielfalt.

Für den Vorstand der BI B51 Handorf-Mauritz

Gerd Richtering